Geschichte
Ära Reimann (1969 - 1984)
1968/69 doppelter Wechsel der Leitung: Dr. Burkhard Kippenberg übernahm die Leitung; Dr. Georg Reimann vertrat in allen schulischen Belangen das Landheim gegenüber dem Ministerium.
1969 Rücktritt Dr. Kippenbergs; Dr. Reimann und seine Frau Maria übernahmen die Gesamtleitung.
Neubauten / bauliche Veränderungen:
Umfangreiche Sanierungs- und Renovierungsarbeiten in verschiedenen Häusern; vor allem Verbesserung der Wohnsituation der Mitarbeiter.
Mit Hilfe von Staatszuschüssen wurden im "Olympiajahr" 1972 die Sportanlagen erweitert und modernisiert.
1977 Entstehung eines neuen naturwissenschaftlichen Zentrums; großzügig unterstützt von der "Robert-Bosch-Stiftung" wurde unter dem Architekten Detlef Schreiber der Laborbau errichtet.
Schulische und pädagogische Entwicklungen:
1969 Schulversuch in der Unterstufe: leistungsstarke und begabte Kinder konnten die Unterstufe in zwei Jahren durchlaufen ("A-Zug").
1972 Erarbeitung eines Modells für eine Reform der Oberstufe mit Kurssystem und Jahresarbeit; das Modell wurde vom Ministerium nicht genehmigt, hatte dennoch Auswirkungen auf die staatliche Kollegstufenreform; Schondorf war seit 1974 Versuchsschule.
1975 Einführung einer zweiten Sprachenfolge; neben Latein wurde Englisch zur ersten Fremdsprache ab Klasse 5.
1978 Werkstättenreform: der hohe Stellenwert der Werkstätten wurde u.a. durch die Einführung des verpflichtenden Werkunterrichts in der Unterstufe verstärkt; ein Teil der Lehrlingsausbildung konnte mit mehrjährigem Besuch einer Werkstatt absolviert werden.
Die Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Strömungen der Zeit (Protest der 68er und nachfolgende "ohne-mich-Bewegung") führten zu zunehmender Partizipation und Demokratisierung (z.B. Schulgemeinde), zu Maßnahmen gegen die Lethargie der Schüler und zur Festigung der Heimgemeinschaft, u.a. durch viele kulturelle Veranstaltungen, Theaterbesuche, Konzerte, Polen-Hilfsaktionen, Dienst im Altersheim.
Notwendig war auch die Öffnung nach außen; das Landheim zeigte sich als weltoffene, intellektuell anspruchsvolle Schule: Beschäftigung mit politischen, soziologischen, ökonomischen, pädagogischen, psychologischen und naturwissenschaftlichen Themen in über 130 Colloquia und zahlreichen Studien- und Seminartagen - auch in Zusammenarbeit mit Experten und der Universität.
1980 Das Landheim feierte sein 75jähriges Bestehen nicht nur als beeindruckendes Familienfest, sondern diskutierte in einem Symposium ("Erziehung - wozu?") aktuelle Bildungs- und Erziehungsfragen.
1984 Verabschiedung von Dr. Reimann: Nach insgesamt 30jähriger Tätigkeit im Landheim ging Dr. Reimann nicht in den Ruhestand; er freute sich auf das Unterrichten (Latein, Deutsch, Russisch) im nahen St. Ottilien, wo er noch 16 weitere Jahre tätig war.






