Geschichte
Ära Mantler (seit 1984)
1984 Dr. Rolf Mantler und seine Frau Helga übernahmen zu Beginn des Schuljahres die Leitung; Norbert Glahn, Paul Meier und seit 2005 Armin Eifertinger vertraten als Schulleiter dem Kultusministerium gegenüber die Schule.
Neubauten / bauliche Veränderung:
Unter der Leitung von Dr. Mantler wurde und wird viel gebaut: In den ersten Jahren standen umfangreiche Sanierungs- und Renovierungsarbeiten im Vordergrund; die Wohnsituation in den Häusern Meierei, Simmethaus und Föhrenhaus hat sich deutlich verbessert und das Haupthaus ist schöner und heller geworden. Der Speisesaal wurde 1989 und 2004 erweitert; die Küche ist 2004 in einem neuen Trakt auf den modernsten Stand gebracht worden.
Die Raumnot im Haupthaus, bedingt durch das größere schulische Angebot und die gestiegene Schülerzahl, machte 1998 den Neubau eines Schulgebäudes dringend notwendig. Der Architekt Peter Gradl entwarf eine moderne Lernstätte, das Linn-Haus, das in 13 Monaten geplant, gebaut und - auch mit vielen Spenden - finanziert wurde.
Jahrzehntelang warteten nicht nur die Sportlehrer, sondern auch alle sportbegeisterten Schüler auf eine neue Halle; nach langer Planungsphase wurde 2000/01 unter der Leitung der Architektengemeinschaft Schreiber, Gradl und Niemeyer in kurzer Zeit eine Sporthalle gebaut, die sich wahrlich sehen lassen kann: luftig, hell, gut in das Grün der Umgebung integriert, funktional und schön; realisiert wurde das größte Bauprojekt in der jüngeren Geschichte des Landheims durch viele großzügige Spender - einer sei genannt, dessen Name die neue Sporthalle trägt: Herbert Ruthemeyer.
Innere Schulentwicklung:
Mit einer dreitägigen Klausurtagung im September 1995 wurde in Ohlstadt ein Prozess eingeleitet, der heute aus dem Schulalltag nicht mehr wegzudenken ist: Unter der professionellen Leitung externer Berater und Gesprächsleiter wurde und wird über die Verbesserung der Qualität und Neuorganisation von Schule nachgedacht, Ziele vereinbart und Methoden und Strukturen zur Umsetzung und Evaluation dieser Ziele erarbeitet. Neu war nicht, dass pädagogische Teilbereiche reformiert wurden, sondern der Weg der Umsetzung: Arbeitsgruppen / Teams erhielten deutlich höhere Kompetenzen und die Gesamtkonferenz traf nur noch die grundsätzlichen Entscheidungen, die das gesamte Heim betrafen. Eine übergeordnete Steuerungs-/Teamleitergruppe lenkte den Schulentwicklungsprozess und koordinierte die Zusammenarbeit der Teams. Seit 2000 bestehen Klassen- oder Jahrgangsstufenteams, die die Konferenz dreimal pro Woche ersetzen und in vielem (u.a. Betreuung der Schüler, Kommunikation mit Eltern) effizienter arbeiten.
Neue Wege im Unterricht:
Der neue Schulleiter Paul Meier sah von Anfang an einen Schwerpunkt seiner Arbeit darin, neue Wege in der Schule anzuregen: weg vom Frontalunterricht hin zu interaktiven Formen und individualisierter Betreuung. Stets unterstützt vom Stiftungsleiter Dr. Rolf Mantler wurde der Einsatz neuer Medien gefördert, der Ganztagesunterricht (zunächst für die Klassen 5 und 6) eingeführt, viele Stützmaßnahmen für schwache Schüler initiiert, Projektunterricht, Freiarbeit und eigenverantwortliches Arbeiten wurden verstärkt. Inzwischen ist das Landheim in vieler Hinsicht zur Pilotschule geworden: Die im Jahre 2003 beschlossene Verkürzung der Schulzeit (G8) wurde und wird als Chance zur umfassenden Verbesserung der Schul- und Lernkultur gesehen und genutzt; MODUS 21 (Modell unternehmerische Schule des 21. Jahrhunderts - Schulen in Verantwortung) eröffnet Spielräume innerhalb der ministeriellen Vorgaben, und in der Lohmann-Schule kann vieles vorgedacht und ausprobiert werden, was später in die Reisinger-Schule Einzug halten wird.
2002 wurde ein "Leitbild" verabschiedet, das zentrale Werte und Haltungen formuliert und die Stiftungsurkunde konkretisiert; seitdem werden unter anderem Leistungsbereitschaft und Teamfähigkeit der Schüler stärker eingefordert und auch in der Zeugnisbemerkung gesondert beurteilt.
Erweiterung des Angebots:
Wirtschaftliche Überlegungen führten 1985 dazu, das Internat zu öffnen; zunächst bot das Landheim eine Tagesbetreuung (Unterricht, Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung, Werkstätten) nur für die Unterstufe an, später wurde das Tagesheim für alle Klassen erweitert. Nach wie vor versteht sich das Landheim als Internat; die Mehrheit der Schüler ist intern, aber die Tagesheimer sind nicht nur gut integriert, sondern sie sorgen durch ihre längere "Verweildauer" auch für mehr Kontinuität in vielen Bereichen.
Das Schuljahr 1994/95 brachte gleich zwei wesentliche Neuerungen:
Grundschüler der 3. und 4. Klasse leben im Internat, besuchen die örtliche Grundschule, erfreuen durch ihre Unbekümmertheit, und manche finden für elf Jahre bis zum Abitur ihre Heimat in Schondorf.
Der wirtschaftswissenschaftliche Zweig ist heute nicht mehr wegzudenken; eine wachsende Mehrheit kehrt der 3. Fremdsprache den Rücken und widmet sich verstärkt dem Fach Wirtschafts- und Rechtslehre.
2003 wurde eine neue, zweite Schule, das Julius-Lohmann-Gymnasium gegründet und mit sieben Kindern aus der 5. und 6. Klasse eröffnet. In dieser staatlich genehmigten Schule werden Schüler mit ganz unterschiedlichen Schul-Biografien und Lernvoraussetzungen unter Anwendung vieler verschiedener Unterrichtsformen individuell betreut; die Schule ist im Aufbau, verzeichnet einen großen Zuwachs und wird sicherlich bald in ein eigenes Schulhaus umziehen.






