Geschichte
Ära Reisinger (1919 - 1952)
Früher als geplant übernahm der von Julius Lohmann designierte Nachfolger Dr. Ernst Reisinger mit seiner Frau Julie, geb. Kerschensteiner, die Leitung.
Ausbau und Erweiterung des Heim:
Erwerb des Tor-, Gradl-, Wald- und Simmethauses, Errichtung einer Umgehungsstraße, Bau des Badestegs, Kauf des Seegrundstücks in Uffing.
1929 Neubau durch Architekt Robert Vorhoelzer: Turnhalle, Zwischenbau mit Wandelhalle, Schulgebäude für Naturwissenschaften ("Neubau").
Schulische und pädagogische Entwicklungen:
Deutliche Steigerung der schulischen Anforderungen, Vereinheitlichung der Schule / Realgymnasium mit Latein als 1.Fremdsprache.
1922 Einführung der Kameradschaften.
1922 staatliche Anerkennung mit Abitur im Haus.
1929 Oberstufenreform mit "geteiltem Abitur", Spezialisierung und Einüben wissenschaftlicher Arbeitstechniken durch Arbeitsgemeinschaften, Jahresarbeit.
Am 1. Oktober 1929 wandelte das Ehepaar Reisinger seinen Privatbesitz in eine gemeinnützige "Stiftung für die deutsche Jugend" um; Formulierung der Erziehungsziele und Festlegung der Stiftungsorgane und ihrer Kompetenzen in der Stiftungsurkunde.
Das Landheim in der Zeit des Nationalsozialismus:
Zunehmende Anpassung: u.a. Aufbau der HJ, Abschaffung des "geteilten Abiturs", Protektion durch Nazi-Funktionäre; aber auch Abgrenzung und Selbstbehauptung: u.a. Beschäftigung von Lehrern, die nicht systemkonform waren, Pflege humanistischer Werte und Bildungsziele.
1943/44 Verstaatlichung des Heims und Absetzung Dr. Reisingers durch die Nationalsozialisten.
Am 22. Februar 1943 wurde der ehemalige Schüler Christoph Probst, Mitglied der "Weißen Rose", hingerichtet.
Kriegsende und Neubeginn:
Einquartierung amerikanischer und französischer Truppen; Einrichtung eines Lazaretts für befreite KZ-Häftlinge.
1946 erneute Übernahme der Leitung durch Dr. Reisinger, Wiederaufnahme des vollen Schulbetriebs und umfangreiche Renovierungsarbeiten.
1949 Gründung der Förderergemeinschaft.
Am 26. September 1950 verstarb Julie Reisinger.
Dr. Ernst Reisinger verstarb am 6. Februar 1952 nach langer Krankheit.






